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Gemeinsam zu mehr Verkehrssicherheit - Pkw und Lkw als Partner

24.10.02

BGL. Gelsenkirchen - Obgleich die Verkehrssicherheit auf Deutschlands Straßen auf einem relativ hohem Niveau angesiedelt ist und die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren kontinuierlich zurückgeht, sieht der BGL keinen Anlass, in seinen vielfältigen Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit nachzulassen. Die mit der stetigen Nachfrage nach Konsumgütern und wachsender internationaler Arbeitsteilung einhergehende Lkw-Fahrleistung (sie stieg allein von 1994 bis 1999 um 22 Prozent an) machen Sicherheitspartnerschaften im Straßenverkehr notwendig. Eine solche Partnerschaft wurde vom Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) und dem BGL unter dem Motto "Gemeinsam zu mehr Verkehrssicherheit - Pkw und Lkw als Partner" in einem Workshop in München bundesweit den Verkehrsteilnehmern vorgestellt. Dazu wurde vorab eine Befragung von Lkw- und Pkw-Fahrern durchgeführt, die u.a. den Abbau von Vorurteilen zum Ziel hatte. Die Auswertung der Antworten machte deutlich, dass bestimmte Defizite im partnerschaftlichen Verhalten zur Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führen. Pkw und Lkw -Fahrer machten jedoch auch den schlechten Zustand der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland für eine Erhöhung des Unfallrisikos verantwortlich. BGL und ADAC erarbeiten einen Maßnahmenkatalog zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Neben der Aufklärung für mehr Verständnis zwischen Pkw- und Lkw-Fahren wird darin auch eine auf die Konfliktsituationen im Straßenverkehr eingehende Fahrausbildung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gefordert werden.

Fernfahrerstammtische bauen Aggressionen ab

Ausgehend von einer Initiative der Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen beteiligt sich das Güterkraftverkehrsgewerbe an der Einrichtung von sogenannten Fernfahrerstammtischen, die ebenfalls dem Abbau von Vorurteilen - in diesem Falle zwischen Berufskraftfahrern und den polizeilichen Kontrollorganen - dienen sollen. Bundesweit treffen sich die Fahrer auf über 15 Autobahn-Raststätten oder Autohöfen einmal im Monat mit Vertretern der Polizei, Ordnungsbehörden, der Gewerbeorganisation Gewerkschaften und Wissenschaftlern um über Alltagsprobleme zu sprechen und regionale Verkehrsprobleme lösen zu können. Die Autobahnpolizei bietet außerdem durch die Installation von "Kummerkasten" den anonym bleiben wollenden Berufskraftfahrern, die Möglichkeit, auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

"Fa(i)hr mal mit" - Aktion

Eine weitere Aktivität im Rahmen der Ordnungspartnerschaft mit der Polizei stellt die vom Güterkraftverkehrsgewerbe gestartete "Fa(i)hr mal mit" - Aktion dar. Die daran beteiligten Transportunternehmen bieten interessierten Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit in Begleitung eines Lkw-Fahrers, dessen Arbeitswelt aus der Perspektive eines Fahrerhauses aus, zu erleben. Ziel dieser Aktion ist es ein besseres Verständnis für den Verkehrsteilnehmer Lkw zu erhalten.

BGL/DVR - Tipps für Profis

Im internen Bereich hat es sich der BGL zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), in den Güterkraftverkehrsbetrieben das Verkehrssicherheitsniveau hoch zu halten. Dafür wurden und werden "Tipps für Profis" erarbeitet, die die Berufskraftfahrer auf besondere Risikofaktoren im Straßenverkehr , wie z.B. Tunnelfahrten, Abstand halten oder Fahrten bei schlechter Witterung aufmerksam machen.

Stressfaktor LKW-Parkplatzsituation

In den letzten Jahren sind aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens immer häufiger durch parkende Lkw überfüllte Rastplätze an den Autobahnen anzutreffen. Vielfach müssen die Berufskraftfahrer auf den Zufahrtsstreifen halten oder außerhalb der Autobahn einen Parkplatz suchen, um ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten auch einhalten zu können. Der Automobilclub von Deutschland (AuD) und der ADAC haben festgestellt, dass zur Zeit mindestens 9000 Parkplätze an den Autobahnen fehlen. Der BGL macht zusätzlich darauf aufmerksam, dass durch die politisch gewollte Erweiterung der europäischen Gemeinschaft und der damit einhergehenden Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2015 rd. 35 000 weitere Parkplätze eingerichtet werden müssten, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Um wenigstens die derzeitige stressige Situation für die Fahrer zu mildern, hat der BGL mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion die verantwortlichen Verkehrspolitiker, gemeinsam mit dem Bund Deutscher Berufskraftfahrer (BDBK), auf die Lkw-Parkplatzmisere aufmerksam gemacht. Der BGL betont, dass Lkw-Parkplätze ihre Funktion zur effektiven und nachhaltigen Erholung der Fahrer erfüllen müssen. Dazu gehöre in erster Linie die Möglichkeit des Parkens auf einer von der Fahrbahn abgewandten lärmreduzierten Fläche. Ferner sollte die Verkehrsführung für den Lkw-Verkehr auf den Park- und Rastplätzen eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausschließen. Für die Fahrer von Wohnmobilen oder Caravans sollten besonders ausgewiesene Stellplätze bereitgestellt werden.

Gelsenkirchen, den 24. Oktober 2002

Anhänge

FERNFAHRERSTAMMTISCHE.PDF

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